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Krankenhaus
08.10.2026

MD-Prüfquoten im Krankenhaus: Was ab 2027 gilt

Ariane Schmidt
•
7
min. lesezeit

Der Bundestag hat das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz am 10. Juli 2026 beschlossen, und die neuen MD-Prüfquoten gelten ab dem 1. Januar 2027. Was viele Kliniken dabei übersehen: Die Prüfquote wird immer zwei Quartale rückwirkend ermittelt, sodass bereits das dritte Quartal 2026 über die Einstufung ab 2027 entscheidet.

Das Thema kurz und kompakt

Verschärfte Staffelung ab 2027: Die MD-Prüfquote wurde auch bisher schon nach dem Anteil unbeanstandeter Abrechnungen gestaffelt. Neu ab 2027 sind allein die verschärften Schwellenwerte: Je nach Abrechnungsqualität reicht die Quote künftig von 5 % im besten Fall bis zu einer unbegrenzten Prüfung durch den medizinischen Dienst.

Q3 2026 entscheidet über Q1 2027: Weil der GKV-Spitzenverband die Prüfquote auf Basis der Abrechnungsqualität des vorvergangenen Quartals festlegt, ist für die erste Anwendung der neuen Regeln bereits das dritte Quartal 2026 maßgeblich.

Deutliche Verschiebung möglich: Simulationen auf Basis der GKV-Quartalsstatistik zeigen, dass ein großer Teil der Krankenhäuser die bisherige Prüfquote von 5 % verliert und künftig mit 40 % oder sogar unbegrenzt geprüft wird.

Recare Coding als Hebel: Krankenhäuser können ihre MD-Prüfquote aktiv beeinflussen. Recare Coding unterstützt Kodierteams mit KI-gestützten, belegten ICD- und OPS-Vorschlägen, um die Beanstandungsquote so niedrig wie möglich zu halten.

Was sagt die MD-Prüfquote aus und wie funktioniert sie?

Die MD-Prüfquote regelt, wie viele Schlussrechnungen eines Krankenhauses der Medizinische Dienst in einem Quartal maximal prüfen darf (Grundlage: § 275c Abs. 2 SGB V). Mit dem Prüfverfahren befassen sich vor allem das Medizincontrolling, Kodierfachkräfte und MD-Beauftragte, die die Fälle im Tagesgeschäft bearbeiten.

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Der GKV-Spitzenverband ermittelt die Quote für jedes Krankenhaus quartalsweise, auf Grundlage der Prüfergebnisse aus dem vorvergangenen Quartal. Damit wird die Abrechnungsqualität von heute zur Steuergröße für die Prüflast von morgen.

MD-Prüfquoten: Die verschärfte Staffelung ab 2027 im Detail

Mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz werden die Schwellenwerte und maximalen Prüfquoten ab dem 1. Januar 2027 deutlich angehoben. Das Bundesgesundheitsministerium hat die finale Staffelung am Tag der Verabschiedung veröffentlicht.

Anteil unbeanstandeter Abrechnungen MD-Prüfquote ab 2027
über 80 % 5 %
65 bis 80 % 20 %
50 bis 65 % 40 %
unter 50 % unbegrenzt möglich

Gut zu wissen: Neben der Prüfquote ändert sich ab 2027 auch die Aufwandspauschale, die Krankenkassen zahlen müssen, wenn eine Prüfung keine Rechnungsminderung ergibt. Konkret steigt diese von 300 € auf 500 €.

Warum das dritte Quartal für Kliniken entscheidend wird

Der 1. Januar 2027 gilt als Stichtag für alle Krankenhäuser gleichermaßen. Welche der Stufen aus der Tabelle dann tatsächlich für Ihr Krankenhaus greift, entscheidet sich jedoch schon früher, denn der GKV-Spitzenverband ermittelt die Prüfquote nicht zum Stichtag selbst, sondern anhand eines zurückliegenden Quartals:

  • Die Prüfquote eines Quartals basiert nicht auf dem vorherigen, sondern auf dem vorvergangenen Quartal.
  • Für das erste Quartal 2027 ist damit nicht das vierte, sondern das dritte Quartal 2026 maßgeblich. Dasselbe Muster gilt bereits heute: Die Prüfquote für das dritte Quartal 2025 basierte auf den Ergebnissen aus dem ersten Quartal 2025.
  • Kodier- und Dokumentationsentscheidungen, die jetzt getroffen werden, wirken sich unmittelbar auf die Einstufung ab dem ersten Quartal 2027 aus.

Das heißt: Krankenhäuser, die erst Anfang 2027 mit der Optimierung der Abrechnungsqualität beginnen, haben den entscheidenden Prüfzeitraum bereits verpasst.

Was bedeutet die neue Staffelung aus wirtschaftlicher Sicht?

Wie stark sich die neue Staffelung tatsächlich auswirkt, zeigt sich erst im Vergleich mit der aktuellen Situation. Eine Simulation auf Basis der GKV‑Quartalsstatistik zeigt dabei das Ausmaß der Verschiebung:

  • Bislang hatten 518 Krankenhäuser eine Prüfquote von nur 5 %. Mit den neuen Schwellenwerten des GKV-Stabilisierungsgesetzes fällt dieser Wert auf nur noch 146 Kliniken.
  • Gleichzeitig steigt die Prüfquote bei 232 Krankenhäusern von 5 % auf voraussichtlich 20 %. Weitere 140 Krankenhäuser werden von 5 % auf 40 % hochgestuft.
  • Die größte Gruppe (729 Krankenhäuser) wechselt den Berechnungen zufolge von 10 % auf 40 % Prüfquote, wobei 326 Krankenhäuser wegen einer Quote von unter 50 % künftig sogar unbegrenzt geprüft werden dürfen.

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Für das Medizincontrolling und Kodierteams bedeutet eine höhere Prüfquote deutlich mehr Prüffälle pro Quartal – bei unverändertem Personalstand. Die Abrechnungsqualität wird damit zu einer betriebswirtschaftlichen Steuerungsgröße. Wer das frühzeitig erkennt, kann Kapazitäten im Medizincontrolling gezielt planen, bevor die höhere Prüflast tatsächlich eintritt.

Schauen Sie, wo Sie stehen: Mit dem MD-Prüfquoten-Rechner von Recare prüfen Sie direkt, welche Stufe der neuen Staffelung für Ihr Krankenhaus voraussichtlich greift.

MD-Prüfquote senken: Was Kliniken jetzt unternehmen können

Anders als die Erlösseite ist die MD-Prüfquote ein Hebel, den Kliniken selbst beeinflussen können – schließlich hängt sie direkt von der eigenen Abrechnungsqualität ab. Genau hier setzt Recare Coding an. Das Tool liefert zu jedem Behandlungsfall einen KI-gestützten Kodiervorschlag, der direkt mit der vorhandenen Dokumentation in der Fallakte belegt ist:

  • Fundierte ICD- und OPS-Kodiervorschläge inklusive Belegstelle aus der Fallakte.
  • Jede Kodierentscheidung wird revisionssicher protokolliert.
  • Frühzeitige Hinweise auf mögliche MD-Angriffspunkte, etwa sekundäre Fehlbelegung.

Weil jede Kodierung revisionssicher protokolliert und mit einer Belegstelle versehen ist, verfügt Ihr Team im Prüffall direkt über eine nachvollziehbare Begründung. Für die anschließende Verteidigung im MD-Prüfverfahren entwickeln wir mit Recare MD Management derzeit eine Lösung, die genau diese Belege für den Widerspruch aufbereitet.

Fazit: Jetzt handeln und auf neue MD-Prüfquoten vorbereiten

Ihre MD-Prüfquote für 2027 wird bereits im dritten Quartal 2026 entschieden. Das bedeutet: Krankenhäuser, die ihre Abrechnungsqualität jetzt verbessern, sichern sich eine niedrigere Prüfquote und reduzieren den Prüfaufwand für ihr Medizincontrolling nachhaltig. Recare Coding liefert belegte Kodiervorschläge, die Ihr Team direkt nutzen kann, ohne bestehende Abläufe umzustellen. Je früher Sie handeln, desto stabiler ist Ihre Position, wenn die neuen Prüfquoten greifen.

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Dieser Beitrag informiert über gesetzliche Änderungen bei der MD-Prüfquote und ersetzt keine rechtliche oder abrechnungstechnische Beratung. Für eine verbindliche Einschätzung Ihrer individuellen Situation wenden Sie sich bitte an Ihre Rechtsabteilung oder einen spezialisierten Berater.

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Häufig gestellte Fragen

Welche MD-Prüfquote gilt ab 2027 für mein Krankenhaus?
Die Staffelung der MD-Prüfquote nach dem Anteil unbeanstandeter Abrechnungen besteht bereits heute. Ab 2027 gelten lediglich die verschärften Schwellenwerte, weiterhin auf Basis des vorvergangenen Quartals: Liegt der Anteil unbeanstandeter Abrechnungen bei 80 % oder mehr, bleibt die Prüfquote bei 5 %, während zwischen 50 und 65 % eine Prüfquote von 40 % gilt. Liegt der Anteil hingegen unter 50 %, ist eine unbegrenzte Prüfung möglich. Die genaue Einstufung ermittelt der GKV-Spitzenverband für jedes Krankenhaus individuell.
Welcher Zeitraum entscheidet über die Prüfquote im Q1 2027?
Die Prüfquote eines Quartals basiert immer auf dem Prüfergebnis des vorvergangenen Quartals. Für die erste Anwendung der neuen Regeln ab Januar 2027 ist deshalb bereits das dritte Quartal 2026 maßgeblich, das seit dem 1. Juli 2026 läuft. Entscheidungen zur Kodierqualität, die Sie jetzt treffen, wirken sich also unmittelbar auf Ihre Einstufung ab 2027 aus.
Was passiert, wenn die unbeanstandete Abrechnungsquote unter 50 % liegt?
Liegt der Anteil unbeanstandeter Abrechnungen eines Krankenhauses unter 50 %, ist ab 2027 eine unbegrenzte Prüfung durch den Medizinischen Dienst möglich. Das bedeutet für das Medizincontrolling und Ihr Kodierteam potenziell deutlich mehr Prüffälle pro Quartal. Eine hohe Abrechnungsqualität ist deshalb der wirksamste Weg, diese Stufe zu vermeiden.
Wie können Kliniken ihre MD-Prüfquote aktiv senken?
Da die Prüfquote direkt an die Abrechnungsqualität gekoppelt ist, senkt jede zusätzlich abgesicherte, korrekt kodierte Abrechnung die Prüflast der Folgequartale. Werkzeuge wie Recare Coding unterstützen Kodierteams mit belegten ICD- und OPS-Vorschlägen, die sich revisionssicher nachvollziehen lassen, und helfen so, Beanstandungen frühzeitig zu vermeiden.
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