Wenn Räume intelligent werden – und warum KI allein nicht reicht I Amir Humanfar, Livycare
Wie können intelligente Räume und KI den Versorgungsalltag verändern? Amir Humanfar, Gründer von LivyCare, arbeitet genau an diesen Lösungen und spricht in der neuen Diagnose:Zukunft-Folge über ihre Anwendung in der Praxis.

Künstliche Intelligenz hält zunehmend Einzug in den Versorgungsalltag. Von automatisierter Dokumentation bis hin zu sensorbasierten Systemen, die Risiken früh erkennen oder Pflegekräfte entlasten.
In der aktuellen Folge von Diagnose Zukunft spricht Max, Geschäftsführer von Recare und Host des Podcasts, mit Amir Humanfar, Co-Founder und CMO von Livycare, und Maximilian Greschke darüber, wie weit diese Entwicklungen wirklich sind und warum ihr Potenzial im Alltag oft nicht ankommt.
Die zentrale Erkenntnis aus dem Gespräch:
Nicht die Technologie ist der Engpass, sondern das System, in das sie eingebettet ist.
Zwischen Anspruch und Realität
Viele der heute diskutierten Lösungen funktionieren technisch bereits erstaunlich gut. Ambient Listening kann Gespräche strukturieren, KI kann Daten analysieren, Sensorik kann Veränderungen im Patientenzustand erkennen.
Doch im Versorgungsalltag stoßen diese Ansätze schnell an Grenzen. Wie Amir Humanfar beschreibt, liegt das Problem oft in den Rahmenbedingungen:
Wir sollen sektorenübergreifend denken und arbeiten. Aber die Gesetzesgrundlagen sind Silos und lassen das gar nicht zu.
Die Konsequenz: Lösungen werden isoliert entwickelt, Förderstrukturen greifen zu kurz und echte Integration über Versorgungsgrenzen hinweg bleibt selten. Während die Technologie auf Vernetzung ausgelegt ist, bleibt das System fragmentiert.
Wenn Standards nicht im Alltag ankommen
Dass es an Initiativen fehlt, ist nicht das Problem. Standards für Schnittstellen und Interoperabilität existieren, ebenso regulatorische Ansätze. Doch sie greifen häufig nicht im Alltag. Maximilian Greschke bringt es auf den Punkt:
Das Ganze ist de facto gesetzlicher Standard, aber in der Praxis einfach überhaupt nicht vorhande.
Gerade im Klinikalltag zeigt sich diese Lücke deutlich. Systeme sind selten wirklich kompatibel, Integration bleibt aufwendig und neue Technologien müssen sich in bestehende, oft starre Strukturen einfügen. So verlieren selbst gute Ansätze an Wirkung.
Der entscheidende Hebel liegt in der Integration
Am deutlichsten wird das bei der Nutzung im Alltag. Selbst leistungsfähige KI bringt wenig, wenn sie zusätzliche Komplexität erzeugt.
Wie Maximilian Greschke es formuliert:
Du kannst die beste Ambient-Listening-Lösungen haben - solange ich das in eine Oldschool-Systemmaske mit 20 Feldern eintragen muss, ist die Magie nicht da.
Der eigentliche Hebel liegt daher nicht nur in besserer Technologie, sondern in besserer Integration. Oder, ebenfalls von Maximilian Greschke:
Wir müssen dieses Interoperabilitäts-Gap überbrücken - dann werden wir diese exponentielle Adaption von KI sehen.
Erst wenn Systeme zusammenspielen und Prozesse neu gedacht werden, entsteht echter Mehrwert.
Was jetzt zählt
Die Folge macht deutlich: Die nächste Entwicklungsstufe von KI im Gesundheitswesen entscheidet sich nicht an der Technologie.
Sondern daran, ob es gelingt, Systeme zu verbinden und Lösungen so zu gestalten, dass sie im Alltag funktionieren. Erst dann wird KI vom zusätzlichen Tool zum integralen Bestandteil der Versorgung.
Jetzt reinhören
In der vollständigen Folge sprechen Max, Amir Humanfar und Maximilian Greschke darüber, wie intelligente Räume im Pflege- und Klinikalltag konkret eingesetzt werden können, warum viele Ansätze heute noch scheitern und was passieren muss, damit KI ihr Potenzial wirklich entfaltet.
Häufig gestellte Fragen
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